Warum ich nur 2 Objektive brauche.

Jeden Tag gibt es irgendwas neues – neue Bodys, neue Objektive, neue Technologien, neue Auflösungen, neue Smartphones, neue Innovationen; bei dem ganzen Hick-Hack, egal wie sehr ich es liebe, werde ich immer schnell dazu verleitet, mir neue Sachen anzuschauen. Ich muss mich immer wieder schnell bremsen oder bremsen lassen, um dann zu sehen, was ich eigentlich nur brauche – einen Body & 2 Linsen. Damit bekomme ich tatsächlich alles abgedeckt, was ich so brauche, um Reportagen, Portraits, Content oder Produktbilder zu schießen. Aufgrund von 2 verschiedenen Systemen, die wir bei uns nutzen, haben wir halt 4 Objektive, aber grundlegend, brauchen wir eigentlich nicht mehr.

Wieso und wie funktioniert das?

Das Wieso kann ich eigentlich recht schnell beantworten – ich bin verliebt in Festbrennweiten und genieße sowohl die optische Leistung, als auch die höhere Offenblende und das dynamische rumlaufen beim Arbeiten dahinter. Es ist nicht – stehen, fokussieren, machen, sondern tatsächlich vorher ne Runde rumlaufen, ggf. entscheiden die Linse zu wechseln und dann erst auszulösen. Bei einigen Jobs oder im Urlaub, habe ich dann tatsächlich nur noch ein Objektiv oder eine Brennweite dabei und das war’s dann auch. Ich habe für mich herausgefunden, welche Situationen ich am meisten und auch am liebsten habe und dafür mir nen Workaround geschaffen, welche mit dem Gedanken aufgeht, dass ich am liebsten so wenig Gepäck wie möglich dabei habe.

Meine Brennweiten: 28mm & 56mm

Auf Kleinbild gerechnet gibt es eine Brennweite, die ich absolut liebe: 28mm. Ich bekomme damit alles im Bild, was ich gerade zeigen möchte, es wirkt nicht zu surreal durch Verzerrungen und ich kann damit aber genauso gut Portraits ablichten. One, who does it all – nach meinem Geschmack. Das 56mm nutze ich dann für Details, wie z.B. ein Geschichtsausschnitt, Hände, filigrane Arbeiten; aber für mehr auch nicht. Einige schwören darauf, dass Portraits erst ab dann erwähnenswert sind, aber in meiner Arbeitsweise, tauchen mehr 28mm Portraits auf, wenn es keine Corporate Kunden sind. Für Fotografie im Studio oder für Produkte arbeite ich dann aber auch viel mit 56mm, aber dann handelt es sich um eine klare Produktion, wo ich dann auch mal näher gehen kann und ich keine Verzerrungen im Nachgang korrigieren müsste, wie bei der 18mm Linse, welche aufgrund der Bauart entstehen. Wieso 18mm? Mein System für Bilder & hybrides Arbeiten besteht aus einer Fujifilm X-T20, welche einen APS-C Sensor hat. Für’s reine Filmen haben wir zudem eine Canon C100 mit Super 35mm Sensor, wo wir dann mit einer 16mm Linse f2 & 35mm f2 arbeiten. Mit dem Crop an dem Super 35mm Sensor kommen wir dann auch auf unsere 24mm & 52,5mm, welche sich ja auch im Umfeld bewegen – da fühlen wir uns ziemlich wohl.

Und warum kein Zoom?

Bisher habe ich noch keinen Zoom gefunden, welches das so abbildet, was ich haben möchte; das Sigma 18-35mm f1.8 würde noch vielleicht hineinfallen, aber selbst das müsste ich adaptieren. Also bleibe ich lieber bei meinem Setup und wechsle in einigen Situationen meine Linsen wie wild oder habe einen 2. Body mit der anderen Brennweite am Start.

Somit komme ich auf meine „nur“ 2 Objektive, womit ich alles hinbekomme, was ich brauche. Im Urlaub habe ich dann manchmal nur noch meine Ricoh GR dabei; eine Kompaktkamera mit einer Brennweite, 28mm. Das war’s dann, kein Zoom, gar nix – und trotzdem bin ich glücklich und zufrieden mit meinen Ergebnissen. Mir hilft es, dass ich mich mehr darauf konzentrieren kann, was ich zeigen möchte und festhalten möchte, anstatt immer zu schauen, welche Technik ich denn unbedingt dahinter brauche. Theoretisch könnte ich auch nur mit einem Handy arbeiten, aber mir gefällt die Haptik einer Kamera doch noch besser.

Was ich sagen möchte – du brauchst nicht X, Y & Z, um das zu erreichen, was du zeigen möchtest. Manchmal geht’s auch mit einer einzigen Kamera ohne Zoomobjektiv oder einer Kamera und einem Objektiv oder einem Handy – Hauptsache du hast das im Blick, was du sagen möchtest.

EDIT: Nachdem ich den Beitrag zusammengestellt habe, habe ich mal alle Bilder eben rausgesucht, die ich am coolsten aus der letzten Zeit fand. 5 von 6 sind mit 28mm gemacht worden – vielleicht brauche ich doch nur noch ein Objektiv? 😉

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